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1700 Jahre Juden in Deutschland: Kein Anlass zum Feiern?

Seit 1700 Jahren leben Juden in Deutschland. Den Auftakt bildet ein Festakt am 21. Februar 2021 mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Köln. Denn vor 1700 Jahren wurde die jüdische Gemeinde Kölns in einem Dekret erstmals schriftlich erwähnt, dass Kaiser Konstantin im Jahre 321 erließ. Darin erlaubte er den in der römischen Kolonie im Rheinland lebenden Juden, Ämter in der öffentlichen Verwaltung zu übernehmen. Diese Urkunde ist der früheste schriftliche Beweis, dass schon seinerzeit Juden in Mittel- und Nordeuropa lebten.

Das Jubiläum ist trotz Corona-Pandemie Anlass für ein bundesweites deutsch-jüdisches Festjahr mit zahlreichen Veranstaltungen, die auf die Geschichte zurückblicken, aber auch das heutige jüdische Leben in Deutschland sichtbar machen. So findet unter anderem im September das weltweit größte Laubhüttenfest (Sukkot) statt.

Aber auch Frankfurt am Main ist einer der bedeutendsten Orte jüdischer Geschichte und jüdischen Lebens in Deutschland. Die Anfänge jüdischen Lebens gehen hier zwar erst auf das 12. Jahrhundert zurück, als sich in der Nähe des Doms die erste Jüdische Gemeinde niederließ beziehungsweise etablierte.

Seitdem brachte die Frankfurter Gemeinde viele herausragende Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Finanzwelt, Kultur und Politik hervor. Nach dem Holocaust und zahlreichen Verfolgungen in Osteuropa zählt die Frankfurter Gemeinde wieder fast 7.000 Mitglieder.

Doch von dem bundesweiten Festjahr hört man in der Frankfurter Öffentlichkeit und den Medien bis dato wenig. Deshalb fragt Bernhard E. Ochs, Stadtverordneter der Frankfurter: „Was hat der Magistrat beispielsweise in Verbindung mit dem Jüdischen Museum Frankfurt, der Bildungsstätte Anne Frank, der Jüdischen Gemeinde Frankfurt oder anderen Frankfurter Institutionen geplant?“

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